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Was sind die Ursachen für Landnutzungsänderungen?

Biodiversität

Die Zerstörung natürlicher Lebensräume und die Ausbeutung von Arten durch Fischfang und Jagd von Wildtieren sind direkte Ursachen für den Rückgang der Biodiversität.

Schaut man nach den Gründen, gelangt man zu sozioökonomischen und politischen Rahmenbedingungen sowie zu unserem Lebensstil.

Denn diese haben Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosysteme. Solange solche Auswirkungen nicht in den sozioökonomischen Wertschöpfungsketten berücksichtigt werden, entstehen Ungleichheiten. Folgekosten werden zunehmend auf kommende Generationen verschoben. Derzeit leben mehr als acht Milliarden Menschen auf der Erde, jedoch sind Wohlstand und ökologischer Fußabdruck enorm ungleich verteilt. So verbrauchen die wohlhabendsten 10 Prozent der Menschheit knapp 40 Prozent der Ressourcen. Derzeit steigt der materielle Wohlstand noch, obwohl die materielle Tragekapazität der Erde längst überschritten ist. Der Verbrauch von Naturgütern hängt also weniger am Bevölkerungswachstum, sondern vielmehr an der Lebensweise.

Prognose der Bevölkerung in den Kontinenten in den Jahren 2021 und 2100 (in Millionen)

Die Statistik zeigt eine Prognose der Bevölkerung in den Kontinenten in den Jahren 2021 und 2100. In Asien leben laut der Prognose im Jahr 2100 rund 4,67 Milliarden Menschen. Die größte Wachstumsprognose sieht die UN auf dem afrikanischen Kontinent – dort wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2100 von aktuell 1,4 Milliarden auf knapp vier Milliarden Menschen anwachsen.

UN DESA (Population Division), 2022
Die Werte für das Jahr 2021 (zum 01.07. des Jahres) sind Schätzungen. Die Werte für das Jahr 2100 sind Prognosen. Die Angaben beruhen auf der mittleren Berechnungsvariante. Die Werte wurden zum besseren Verständnis der Statistik gerundet.
Der ökologische Fußabdruck im Ländervergleich

Da sich der ökologische Fußabdruck der Staaten stark voneinander unterscheidet, entscheidet auch der künftige Lebensstandard über die Übernutzung der Natur. Wir bräuchten aktuell (2022) 2,4 Erden, wenn alle Menschen so wie die Menschen in China leben würden. Würden alle Menschen so wie wir in Deutschland leben, wären es bereits drei und im Falle der USA sogar fünf Erden. Die Bevölkerung in all diesen Ländern nimmt sich materiell von der Erde und damit der Biodiversität deutlich mehr, als ihr eigentlich zusteht. Weltweit liegt der Wert bei 1,8 Erden.

Anzahl der benötigten Erden, wenn die Weltbevölkerung wie die Menschen der aufgeführten Länder leben würde

Die USA führen in diesem Vergleich mit fünf benötigten Erden.

UN DESA (Population Division), 2022
Maßnahmen, um die Biodiversität zu stärken

Wie können wir dieser Entwicklung begegnen? Generell gilt, dass wenn das Bildungs- und Wohlstandsniveau steigt, Frauen mehr Zugang zu Ausbildung, Beruf und reproduktive Rechte haben, weniger Kinder geboren werden und Mütter und Kinder gesünder sind. Zweitens ist es notwendig und ethisch geboten, die nötigen materiellen Ressourcen gerechter zwischen den Menschen der Erde zu teilen. Drittens können durch technische und gesellschaftliche Innovationen wie regenerative Energien und Kreislaufwirtschaft sowie durch suffizientere Lebensweisen, die bewusst danach fragen, was wir wirklich brauchen, materielle Ansprüche und das gute gelingende Leben stärker entkoppelt werden. Diese drei Maßnahmen würden die Auswirkungen der direkten Treiber des Biodiversitätsverlusts, z.B. die Landnutzungsänderung, reduzieren.